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AMD und energiesparlampen

Makuladegeneration im Alltag · Andrea Schnitzler

Makuladegeneration und Licht: Energiesparlampen, LED und was Ihren Augen wirklich guttut

„Welche Lampe soll ich nehmen?“ Diese Frage höre ich von Menschen mit Makuladegeneration immer wieder. Viele sind verunsichert: Sind Energiesparlampen schädlich? Ist LED-Licht besser? Und was ist eigentlich mit dem blauen Licht?

Die gute Nachricht ist: Sie müssen nicht jede Lampe kritisch betrachten oder Angst vor künstlichem Licht haben. Viel wichtiger ist, dass Sie zu Hause ausreichend Licht haben, ohne geblendet zu werden. Denn die richtige Beleuchtung kann den Alltag mit einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) spürbar erleichtern.

Gibt es Energiesparlampen überhaupt noch?

Die klassischen Energiesparlampen, also Kompaktleuchtstofflampen, sind inzwischen weitgehend vom Markt verschwunden. Seit Februar 2023 dürfen die üblichen quecksilberhaltigen Kompaktleuchtstofflampen in der Europäischen Union nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Bereits vorhandene Lagerbestände können teilweise noch verkauft werden. Heute werden stattdessen überwiegend LED-Lampen verwendet.

Vielleicht kennen Sie die älteren Energiesparlampen noch: Manche brauchen eine Weile, bis sie ihre volle Helligkeit erreichen. Andere werden als unangenehm oder flackernd empfunden. Das trifft allerdings nicht auf jedes Modell zu.

Wenn Sie Ihre Beleuchtung ohnehin erneuern möchten, ist eine hochwertige LED meist eine gute Wahl. LEDs sind energieeffizient, langlebig und in unterschiedlichen Lichtfarben und Helligkeitsstufen erhältlich.

Wichtig bei der Entsorgung: Alte Energiesparlampen enthalten Quecksilber und gehören nicht in den Hausmüll oder Glascontainer. Geben Sie diese möglichst bruchsicher bei einem Wertstoffhof oder einer geeigneten Rücknahmestelle ab. Auch ausgediente LED-Lampen müssen getrennt entsorgt werden.

Und das blaue Licht? Schadet es der Makula?

Über blaues Licht wird viel gesprochen. Gerade Menschen mit Makuladegeneration machen sich deshalb verständlicherweise Sorgen, ob Bildschirmlicht oder LED-Lampen ihren Augen zusätzlich schaden könnten.

Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass das Licht handelsüblicher LED-Lampen oder Bildschirme eine altersbedingte Makuladegeneration verursacht oder verschlimmert.

Es gibt zwar Laboruntersuchungen, in denen sehr intensives blaues Licht Netzhautzellen schädigen kann. Solche Versuchsbedingungen lassen sich jedoch nicht einfach auf die normale Beleuchtung in unseren Wohnräumen übertragen.

Die wichtigste natürliche Quelle für blaues Licht ist übrigens die Sonne. Im Freien ist deshalb eine gut sitzende Sonnenbrille mit zuverlässigem UV-Schutz sinnvoll. Bei starker Helligkeit kann sie außerdem unangenehme Blendung reduzieren.

Für den Alltag zu Hause gilt dagegen: Entscheidend ist weniger die Angst vor einer bestimmten Lichtfarbe, sondern dass Sie gut und angenehm sehen können.

Bei AMD brauchen Sie häufig mehr Licht, nicht weniger

Das überrascht viele Betroffene. Wenn das zentrale Sehen durch die Makuladegeneration beeinträchtigt ist, benötigen viele Menschen beim Lesen oder bei feinen Arbeiten deutlich mehr Licht als früher.

Gleichzeitig kann eine erhöhte Blendempfindlichkeit auftreten. Eine sehr helle Lampe, die direkt in die Augen scheint, macht das Sehen dann möglicherweise sogar schwieriger.

Die Lösung liegt deshalb nicht darin, den ganzen Raum möglichst grell auszuleuchten. Viel hilfreicher ist eine Beleuchtung, die sich an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen lässt.

Viel Licht dort, wo Sie es brauchen, und möglichst wenig Blendung.

Das ist eine gute Orientierung für die Gestaltung Ihrer Beleuchtung.

Darauf sollten Sie beim Lampenkauf achten

  • Angenehme Lichtfarbe: Warmweißes bis neutralweißes Licht zwischen etwa 2.700 und 4.000 Kelvin ist für viele Wohnbereiche gut geeignet. Neutralweiß kann beim Lesen angenehm sein, andere Menschen bevorzugen wärmeres Licht. Probieren Sie aus, womit Sie persönlich besser sehen.
  • Gute Farbwiedergabe: Achten Sie auf den Farbwiedergabeindex Ra oder CRI. Ein Wert von mindestens 80 ist eine solide Grundlage, ein Wert ab 90 bietet eine besonders gute Farbwiedergabe. Das kann die natürliche Wahrnehmung von Farben verbessern. Ein spezieller Schutz vor AMD ist damit allerdings nicht nachgewiesen.
  • Möglichst wenig Flimmern: Eine hochwertige LED mit geringem Flimmeranteil ist eine gute Wahl. Angaben wie „flimmerarm“ oder „flicker free“ können bei der Auswahl helfen. Entscheidend ist jedoch die tatsächliche Qualität der Lampe.
  • Ausreichende Helligkeit: Achten Sie auf die Lumen-Angabe und nicht nur auf die Wattzahl. Für das Lesen ist wichtig, wie viel Licht tatsächlich auf dem Buch oder der Arbeitsfläche ankommt. Eine verstellbare, ausreichend helle Leselampe kann hier besonders hilfreich sein.
  • Dimmbar und gut ausrichtbar: Eine dimmbare Lampe ermöglicht es Ihnen, die Helligkeit individuell einzustellen. Ein beweglicher Lampenarm hilft dabei, das Licht genau dorthin zu lenken, wo Sie es benötigen. Achten Sie bei dimmbaren LEDs auf einen passenden Dimmer.

Eine spezielle „AMD-Lampe“ ist dafür nicht unbedingt erforderlich. Entscheidend ist, dass die Beleuchtung zu Ihren Sehbedürfnissen passt.

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So wird Ihr Zuhause augenfreundlicher

Oft sind es kleine Veränderungen, die den größten Unterschied machen. Sie müssen nicht gleich Ihre gesamte Beleuchtung austauschen.

  1. Eine gute Leselampe verwenden: Stellen Sie eine verstellbare Lampe seitlich neben Ihren Lieblingsplatz. Bei Rechtshändern kann eine Position links sinnvoll sein, damit die schreibende Hand weniger Schatten wirft. Wichtig ist, dass das Licht auf das Buch fällt und nicht direkt in Ihre Augen.
  2. Blendung vermeiden: Nackte Leuchtmittel direkt im Blickfeld können unangenehm sein. Lampenschirme, blendungsarme Leuchten und indirektes Licht über Wände oder Decken können die Beleuchtung angenehmer machen.
  3. Mehrere Lichtquellen nutzen: Statt ausschließlich eine helle Deckenlampe zu verwenden, können mehrere sinnvoll platzierte Leuchten helfen. So entstehen weniger dunkle Bereiche und störende Schatten. Besonders an Treppen, in Fluren und auf Arbeitsflächen sollte ausreichend Licht vorhanden sein.
  4. Kontraste bewusst einsetzen: Ein heller Teller auf einem dunklen Tisch, ein dunkles Schneidebrett für helle Lebensmittel oder gut sichtbare Markierungen an Treppenstufen können die Orientierung erleichtern. Häufig hilft ein deutlicher Kontrast zusätzlich zur besseren Beleuchtung.
  5. Tageslicht geschickt nutzen: Ein Sitzplatz am Fenster kann angenehm sein, sofern die Sonne nicht direkt blendet. Seitlich einfallendes Tageslicht eignet sich oft besser zum Lesen als starkes Gegenlicht. Vorhänge oder Jalousien helfen dabei, die Helligkeit zu regulieren.

Wenn das Lesen trotz guter Beleuchtung schwierig bleibt, lohnt sich eine Beratung zu vergrößernden Sehhilfen. Augenärztliche Praxen, spezialisierte Augenoptiker und Low-Vision-Beratungsstellen können dabei helfen, geeignete Lösungen zu finden. Viele Lupen und elektronische Sehhilfen verfügen bereits über eine eigene Beleuchtung.

Wichtig: Wenn gerade Linien plötzlich wellig oder verzerrt erscheinen, ein neuer dunkler Fleck im zentralen Sehen auftritt oder sich Ihre Sehkraft plötzlich verschlechtert, lassen Sie dies bitte noch am selben Tag augenärztlich abklären. Ist Ihre Augenarztpraxis nicht erreichbar, wenden Sie sich an einen augenärztlichen Notdienst. Solche Veränderungen können auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen.

Mit dem Amsler-Test auf meiner Makula-Seite können Sie Veränderungen selbst beobachten. Der Selbsttest ersetzt jedoch keine augenärztliche Untersuchung.

Licht ist ein wichtiger Baustein, aber nicht der einzige

Die richtige Beleuchtung kann das Leben mit Makuladegeneration deutlich erleichtern. Sie kann die Erkrankung allerdings nicht aufhalten oder rückgängig machen.

Ebenso wichtig sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen, eine ausgewogene Ernährung, körperliche Bewegung und der Verzicht auf das Rauchen.

Bei bestimmten Formen und Stadien der AMD können außerdem speziell zusammengesetzte Nahrungsergänzungsmittel nach der sogenannten AREDS2-Formel sinnvoll sein. Ob diese für Sie geeignet sind, sollten Sie mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt besprechen.

Auch Blutuntersuchungen können bei individuellen gesundheitlichen Fragestellungen hilfreich sein. Allerdings ist nicht nachgewiesen, dass routinemäßige Kontrollen bestimmter Blutwerte bei allen Menschen mit AMD das Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

Meine Begleitung bei Makuladegeneration

Seit über 17 Jahren begleite ich in meiner Praxis in Erkelenz Menschen mit Makuladegeneration, vor Ort und online. Dabei ist es mir wichtig, die Erkrankung verständlich zu erklären und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Sie Ihren Alltag und Ihre allgemeine Gesundheit bewusst unterstützen können.

Meine ganzheitliche Begleitung versteht sich als Ergänzung zur augenärztlichen Behandlung, nicht als deren Ersatz.

Wie ich dazu gekommen bin und welche Unterstützung ich anbiete, erfahren Sie auf meiner Seite Makuladegeneration ganzheitlich begleiten.

Sie haben Fragen oder möchten einen Termin vereinbaren? Dann rufen Sie mich gerne an: 02432 90 49 45 9

Mein Buch „MAKULA…WAS?“ erklärt die Erkrankung verständlich und zeigt, welche Rolle Ernährung und Lebensstil im Umgang mit Makuladegeneration spielen können.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt weder eine augenärztliche Untersuchung noch eine individuelle medizinische Beratung oder Behandlung. Insbesondere bei neu auftretenden Sehveränderungen ist eine zeitnahe augenärztliche Abklärung erforderlich.